Niederbiel der heißeste Tipp

KLA WETZLAR: +++ Absteiger will mit fast unverändertem Kader die A-Liga aufmischen / Wetzlarer Eintracht als große Unbekannte +++

Wetzlar. Am 3. August nimmt die Fußball-A-Liga endlich wieder den Spielbetrieb auf. Nach einer bunten, umkämpften und teilweise dramatischen Saison 2018/2019 hat auch die kommende Spielzeit genug Potenzial, erinnerungswürdig zu werden. Sowohl aus der Kreisoberliga als auch aus der B-Liga kommen Mannschaften dazu, die für Furore sorgen wollen. Andere haben hingegen aus dem vergangenen Jahr noch Rechnungen offen und wollen wieder angreifen. Zeit für einen Blick auf das Teilnehmerfeld und Prognosen zur angehenden Runde 2019/20.

Der Kampf um die Aufstiegsplätze

Der größte Favorit auf den direkten Aufstieg ist für viele die SG Niederbiel, die in der Vorsaison aus der Kreisoberliga abgestiegen ist. Am Kader hat sich wenig getan, es gab nur eine Verpflichtung, und niemand hat den Verein verlassen. Viel mehr kommen mehrere Spieler aus langen Verletzungspausen zurück, die der Mannschaft im schwierigen Abstiegskampf zuletzt fehlten. Der Verein selbst scheint nicht erpicht auf die Rückkehr zu sein, aber wenn der Saisonstart gelingt, wird die SG bis zum Rundenkehraus den Ton in der Liga angeben.

Einen Kontrast zu Niederbiel stellt die Zweitvertretung des FC Burgsolms dar. Nach langen Jahren in der B-Liga gelang der Gruppenliga-Reserve endlich der Aufstieg in die A-Klasse. Mit ihrem Spielertrainer Adnan Zurapovic, Patrick Schmidt aus der ersten Mannschaft und zahlreichen vielversprechenden Talenten aus der eigenen Jugend stellt der Aufsteiger einen Kader, der definitiv zum Anwärterkreis auf die ersten beiden Plätze zählt. Wenn sich die jungen Akteure schnell an die neue Spielklasse gewöhnen, wird Burgsolms nur wenige Punkte abgeben.

Zu viele Punkte hat in der vergangenen Spielzeit Türk Ata/Türkgücü abgegeben. Das Team schwankte oft zwischen unangenehmem Gegner und Punktelieferant. Das soll sich nun ändern. Die Wetzlarer haben sich auf vielen Positionen essentiell verstärkt und könnten eine große Rolle in der A-Liga spielen.

Der TSV Steindorf spielte in der Vorsaison lange eine große Rolle, letztlich musste er sich mit dem dritten Platz begnügen. Der Stachel sitzt noch, jetzt soll wieder oben angegriffen werden. Die Schlüsselspieler konnte der TSV halten, zudem kommt Unterstützung aus Burgsolms. Die Steindorfer brauchen im Endspurt das Glück auf ihrer Seite, dann könnte in diesem Jahr klappen, was ihnen kürzlich verwehrt blieb.

Außenseiterchancen sind dem TSV Blasbach zuzurechnen. Mit Emre Geyik hat der TSV einen der besten Spieler der Liga in seinen Reihen. Wenn Geyik an die vorherige Spielzeit anknüpfen kann, ist auch dieses Mal ein Platz in den Top-Fünf für Blasbach drin.

Prognose

1. FC Burgsolms II

2. SG Niederbiel

3. TürkAta/Türkgücü

4. TSV Steindorf

5. TSV Blasbach

Das Mittelfeld

Die Fahrt auf „die Lemp“ war für die meisten Teams in der vergangenen Saison wohl die unangenehmste, die der Spielplan vorgesehen hatte. Allein deshalb wird die SpVgg. Lemp auch in dieser Spielzeit nur wenige Gastgeschenke verteilen. Sollten die Abgänge mit den Neuzugängen kompensiert werden, könnte eine Überraschung drin sein. Die Reserven des FC Cleeberg und der SG Waldsolms haben beide durchaus Potenzial in ihrem Kader, doch der FCC war bislang auswärts zu schwach, während die SGW zu häufig Punkte verschenkte. Wird dies nicht abgestellt, ist auch diesmal für beide Mannschaften nur ein Platz im Mittelfeld drin. Dort ist ebenfalls mit der TSG Dorlar, Spartak Wetzlar und der SG Biskirchen/Ulmtal zu rechnen.

Prognose

6. SpVgg Lemp

7. FC Cleeberg II

8. Spartak Wetzlar

9. SG Waldsolms II

10. TSG Dorlar

11. SG Biskirchen/Ulmtal

Der Abstiegskampf

Die SG Nauborn/Laufdorf hat in der vergangenen Saison erst spät den so wichtigen Klassenerhalt klar gemacht. Stattdessen stiegen die Nachbarn aus Schwalbach ab, die aufgrund der neuen Spielgemeinschaft mit Quembach und Oberwetz aber weich fielen. Dank vielversprechender Verpflichtungen wird die SG den Klassenerhalt in diesem Jahr früher sichern, aber für mehr fehlt dem Kader die Breite.

Die SG Hohenahr startete im Vorjahr als einer der Favoriten auf den Aufstieg, enttäuschte allerdings auf ganzer Linie. Besserung ist nicht in Sicht, da bisher nur Ab- und keine Zugänge zu vermerken waren. Der SGH steht daher eine weitere schwere Runde bevor.

Einfacher wird es für die Aufsteiger der SG Altenkirchen/Bonbaden/Neukirchen und der SG Ehringshausen/ Dillheim II auch nicht. Für beide Liga-Neulinge kann der Auftakt wegweisend werden.

Abschließend ein Club, der durchaus überraschend in dieser Gegend auftaucht, denn eigentlich sollte die A-Liga unter den Erwartungen von Eintracht Wetzlar liegen. Dennoch könnte es ganz schnell noch schlimmer für die Dom-städter kommen. Die Eintracht macht einen chaotischen Eindruck und wird es daher schwer in der umkämpften A-Klasse haben. Wenn die Offiziellen es schaffen, Struktur in den Verein zu bringen, sollte der Klassenerhalt mehr als machbar sein. Bleibt es jedoch unruhig, könnte die Saison übel enden.

Prognose

12. SG Nauborn/Laufdorf

13. SG Altenk./Bonb./Neuk.

14. SG Hohenahr

15. Eintracht Wetzlar

16. SG Ehringsh./Dillheim II

Autor: Fabio Schmidt (WNZ)